Sonntag, 7. Dezember 2014

Woofing 1

Hallo zu Hause,

der Urlaub macht jetzt erst mal Pause und wir betätigen uns ein wenig im Treppenbau. Wir arbeiten von ca.10.00 Uhr bis 16.00 Uhr mit reichlich Pausen und Mittag essen zwischendurch. Unsere Gastgeber versorgen uns mit Nahrung und Unterkunft, im Gegenzug bauen wir einen begehbaren Weg den Abhang vor der Tür hinunter. Dazu schneiden wir Bretter und spitzen Pfähle an.



Letztere werden dann mit ordentlich Karacho im Erdboden versenkt.


Dann wird vor gebohrt, kurz die Wasserwaage drüber gehalten und vier saftige Nägel verbinden dann das Brett mit den Pfählen zu den ersten Stufen.



Nach der Arbeit gehen wir erfolgreich keine Fische aus dem Pazifik angeln, oder begleiten Meg und Mike z.B. zum Vogelkundeunterricht. Die beiden engagieren sich sehr für den örtlichen Artenschutz. Sie stellen Fallen im Bush auf, um Possums, Ratten und andere Vogelfeinde zu vernichten, legen Schutzgebiete für Vögel in den Dünen an, die im Winter von der Arktis aus hierher fliegen und klären die nächste Generation über die heimische Vogelwelt auf.


Alles was vier Beine hat ist schlecht, alles was zwei Beine hat ist gut. Das können sich die kleinen gut merken. Wir machen eine Wanderung auf eine kleine Landzunge, von der aus man die Vögel beobachten kann, also her gehört, ihr müsst ganz still sein, sonst vertreiben wir sie alle.


Mit einem kleinen Teleskop kann man dann die Vögel hervorragend beobachten.


Ein Stück weiter abwärts auf unserer Baustelle liegen ein paar umgestürtzte Bäume die uns den Weg blockieren. Vor ca. 10 Jahren ist hier nach einem heftigen Regenguss ein ganzes Stück vom Hügel abgerutscht. Das Nachbarhaus wäre beinahe mit runter gerutscht, die Bewohner sind dann ausgezogen, sie haben sich nicht mehr wohl gefühlt. Jedenfalls liegen hier noch ein paar Bäume die aus dem Weg geschafft werden müssen. Dummerweise ist gerade jetzt die 30 Jahre alte Kettensäge kaputt gegangen. Tja, da hilft wohl alles nichts außer pure Muskelkraft.

Wie man vielleicht erkennen kann, sind Fortbewegungsmöglichkeiten und Arbeitshaltung nicht immer optimal, da kommt man um ein paar Kratzer leider nicht drumherum.

Dass unsere Gastgeber sehr vogelfreundlich sind, hat auch eine Weka Familie mitbekommen. Die kommt hier regelmäßig vorbei und schaut, ob sich nicht noch ein paar Essensreste für ihre Jungen auftreiben lassen.


Ein anderes mal nimmt uns Mike mit auf einen Walk um ein paar Mandarinen zu pflücken. Natürlich zeigt er uns auch gerne was es sonst noch hier in der Nähe zu sehen gibt. Wir kontrollieren die Fallen und bringen neue Köder an, machen einen kleinen Abstecher zum Wasserfall und zu den Glühwürmchen und natürlich gehen wir auch zum Aussichtpunkt, von dem aus man den ganzen Ohiwa Harbour überblicken kann.

Im Moment blühen hier gerade die Pohutukawa Bäume die es wie viele andere Pflanzen und Vögel nur hier in Neuseeland gibt. Eine wahre Pracht.

Mike kennt hier jeden noch so kleinen Track, weiß von Gräsern, Klee, Muscheln und sowieso von Vögeln zu erzählen. Er erklärt uns Unterschiede zwischen Pflanzen, die scheinbar völlig gleich Aussehen und zeigt uns Wege, die wir alleine nie gegangen wären.


Eigentlich wollten wir ja Mandarinen pflücken gehen, aber was heißt hier eigentlich? Gesagt, getan.



Wir hauen uns die Rücksäcke voll und werden noch eine ganze Weile davon zehren. Die Schale ist sehr dick aber sie sind sehr aromatisch, süß und saftig.

Am Samstag fährt Meg mit einem Charterboot zum Fischen. Sie bring uns leckeren Fisch mit, der frisch zum Abendbrot zubereitet wird. Wenn wir schon selbst keinen fangen, können wir wenigstens welchen essen. Das gibt wieder Energie für weitere Stufen.


Der Sommer hat inzwischen Einzug gehalten, es wird immer wärmer, der große, grelle Stern da oben treibt uns den Schweiß aus allen Poren. Die direkte Sonne ist hier unglaublich heiß. Je weiter unsere Treppe nach unten reicht, desto weiter müssen wir auch wieder hoch laufen um neue Bretter zu sägen. Am Abend versuchen wir so gut es geht unseren Flüssigkeitsverlust auszugleichen.



Das Holz geht uns langsam aus. Wir sammeln und sägen zurecht, was sich noch in diversen Schuppen verbirgt bis der letzte Pfahl eingeschlagen und das letzte Brett angenagelt ist. Wir haben es leider nicht bis ganz unten geschafft, aber es fehlt nur noch ein kleines Stückchen. Ich finde das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.




Das leben am Meer wird natürlich auch von den Gezeiten geprägt. Auf der Küchenuhr gibt es einen dritten Zeiger, der den aktuellen Stand und die Vorhersage für die nächsten 6 Stunden anzeigt.


Es ist Sonntag. Morgen werden wir weiter Richtung East Cape fahren. Wir nehmen ein paar kleinere Reparaturen am Auto vor, solange wir noch Mikes Werkzeug nutzen können, füllen unsere Wasservorräte auf und waschen unsere durchgeschwitzten Sachen. Nach einer Stunde auf der Wäscheleine ist alles Furztrocken.

Zum Abschied kochen wir diesmal für unsere Gastgeber. Es gibt Kartoffelbrei mit Spinat, Rührei und Buletten.

Stefan ließt ein Buch und ich schreibe noch ein paar Geschichten Richtung Heimat.


Liebe Grüße und bis bald,
Stefan und Andreas.

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schön wieder von Euch zu hören. Beim Lesen der Neuigkeiten tauche ich tauche immer ein bisschen mit in das Neuseelandfeeling ein. Auch wenn es schenll zu Ende geht, sind es zumindest ein paar Minuten. Vielen Dank. Liebe Grüße Tici

Anonym hat gesagt…

habt da richtig gut gemacht die treppe! dis fetzt! Genießt die zeit.
hat euch mike beim sägen u.s. gefilmt?

auch leieb grüße von s.

Anonym hat gesagt…

hej die ho ihr beiden!
schön von Euch zu lesen, bin voller Begeisterung alle posts durchgegangen .. obwohl ich doch auf Arbeit sitze ... hach das macht Lust auf Neuseeland! irgendwie wirkt alles so gelaxt u das Wetter so gut. richtisch geil die fotos und videos und stories. keep on writing, Oere. ach und...ich will da auch hin mit Euch Menners!
..chris

Anonym hat gesagt…

Schöner Beitrag. Schöne Treppe. Fetzige Schrammen! Was für Männer!

Weiter so
Ba